IHK? Nein danke.
Während sich die Bundestagsabgeordneten von SPD und Union wieder einmal einen kräftigen Schluck aus der Pulle genehmigen – Diätenerhöhung + 15% -, sind viele von ihnen bei denen, die das alles bezahlen müssen, weit weniger generös. Vor allem ihre Unterstützung des Schmarotzersystems IHK stößt so gut wie allen Unternehmern sauer auf. H.-W. Graf macht sich dazu seine Gedanken.
Liebe Mitstreiter,
nun mal ehrlich: Wer erwartet denn von den IHKn noch irgendetwas?
Ausbildung, die sie offiziell vorgeben zu betreiben, obliegt in praxi den Betrieben; Prüfungen, die sie abhalten, stehen in keinerlei Einklang mit den Ausbildungsbetrieben, vielmehr stellen sie einen lukrativen Einnahmeposten bei den Zwangskammern dar (nur bestimmte Betriebe, deren Chefs im Klüngelgremium der IHK rumgammeln, haben keine Durchfaller!); IHK-Lehrgänge (z.B. Gründungsberater) werden von “Lehrkräften” abgehalten, die selbst niemals selbständig waren (das entspricht einer Eheberatung durch einen Himmelskomiker).
Also: Wer erwartet denn von den IHKs noch irgendetwas?
Denn diesem destruktiven Treiben, dieser widerwärtigen Beutelschneiderei sehen unsere Volkszertreter in dümmlicher Enghirnigkeit tatenlos zu, und darauf können sich die IHKn auch seelenruhig verlassen – beim nächsten Buffet danken sie es den Volkszertretern.
Drei meiner Mandanten haben 2008 bereits dieses Land verlassen; und es sind gerade die Guten, Jungen (und deren Kapital), die diesem in Bürokratie und Gesetzesdichte erstickenden und von Dilettanten “regierten” Land den Rücken kehren.
Also: Wer erwartet denn von den IHKn noch irgendetwas?
Eine erfolgreich, freud- und sinnvoll genutzte Zeit
Enjoy a successfully used day – carpe diem
H.-W. Graf![]()
Entspannt sitzen. Scharf beobachten. Kammerzwang abschaffen.
Tags: , Beutelschneiderei, H.-W. Graf, IHK, IHK-Lehrgänge, Klüngelgremium, SPD, Union, Zwangskammern


May 15th, 2008 at 10:53
Klare Haltung eines CDU-Bundestagsabgeordneten
Im Dezember 2007 und April 2008 befragte ich den CDU-MDM Manfred Kolbe, Jurist von Beruf, in “abgeordnetenwatch” nach seiner Haltung/ Meinung zur Zwangsmitgliedschaft in den IHK. Seine Antwort im Mai 2008: eine Einladung zu einer Bürgersprechstunde, um dort das doch sehr komplexe Gebiet der IHK- Mitgliedschaft zu diskutieren.
Haltung zur Mitgliedschaft mittels Zwang: ja? oder nein? = keine Antwort.
Ein Lehrstück in Sachen Politik, viel reden, aber nichts sagen! Und erst recht nicht eine Position beziehen, weiß ich denn wohin die Meinung meiner “Fürsten” gerade geht?
Die Mitglieder der IHK zu Leipzig wählten im Frühjahr 2008 ihre Vollversammlung. In demokratischer Abstimmung wurde gewählt.
Frage: Ist eine Wahl mit einer Beteiligung von (aufgerundet) 6,14 % eigentlich eine Wahl oder eine Farce? Kann sich der gewählte Vertreter eigentlich wohl in seiner Haut fühlen, wenn er weiß, dass nicht mal 7 von 100 ihn gewählt haben?
Da ich kurzzeitig mein Gewerbe abgemeldet hatte, falle ich jetzt bis zu meiner Rente unter diejenigen, die für die ersten 3 Jahre nach Existenzgründung vom Kammerbeitrag befreit sind. Welche Wohltat für mich! Da brauche ich mich zum Glück nicht mit dieser Einrichtung IHK wegen Beitragsverweigerung zu streiten.
Weiter im Kampf um die Beseitigung der Zwangsmitgliedschaft, für eine freiwillige, von Unternehmern gegründete Vereinigung!
Falk Hecker
Bad Düben/ Sachsen
PS: Mein Schwager konnte sich in der DDR selbständig machen; zur Mitgliedschaft in der Handwerkskammer gab es einen Aufnahme”antrag”. Solch eine Pöstchenversorgung wie heute in der IHK gab es in dieser Diktatur (so nennt man die DDR heute) nicht.
May 15th, 2008 at 21:21
Lieber Herr Hecker,
erst einmal vielen Dank für die Übermittlung der diesjährigen Wahlbeteiligung bei der IHK Leipzig.
Hochgerechnet 6,14 % Wahlbeteiligung hatte also die Leipziger IHK. Bei der Münchener IHK waren es bekanntlich sogar noch 0,13 % mehr – also genau 6,27 %!
Wie eine Berliner Tageszeitung letztes Jahr berichtete, hatte die Berliner IHK 2007 eine Wahlbeteiligung von 4,5 %. Diese Zeitung hatte zusätzlich auch die dortige Zwangsmitglieder-Zahl und auch die Zahl der Wahl-Teilnehmer genau angegeben, nämlich 218.000 Zwangsmitglieder und 9.800 davon nahmen an der Wahl teil.
Und wenn man 9800 durch 2180 (ist 1%) teilt, so ergibt dies natürlich tatsächlich fast ganze 4,5 %.
Jetzt bleibt natürlich die Frage, warum viele IHKn ihre Wahlbeteiligungszahlen derzeit noch immer geheim halten möchten. Hauptsächlich dürfte es wohl daran liegen, dass ihr Märchen “Die Selbstverwaltung der Wirtschaft” bei sofortiger Bekanntgabe der Zahlen auch sofort ausgedient haben dürfte.
Statt Ihnen kurz und bündig Antwort per http://www.abgeordnetenwatch.de zu geben, möchte der CDU-Bundestagsabgeordnete Manfred Kolbe mit Ihnen nun also lieber in seinem stillen Wahlkreis-Kämmerlein sprechen – angeblich wegen der ungeheuren “Komplexität” der Angelegenheit.
Diese “Komplexität” besteht bei diesem Mann sicherlich nur darin, dass sowohl das Verschweigen von Wahrheiten als auch das Schönreden von Unwahrheiten für ihn arg schwierig geworden sein dürfte.
Vor lauter Angst – so könnte man fast annehmen – lässt sich solch ein MdB womöglich noch ein abhörsicheres Wahlkreisbüro einrichten, damit mal nur kein anderer MdB-Kollege – geschweige denn ein IHK- oder gar DIHK-Funktionär – etwas von seinen Ausführungen mitbekommt.
Der FDP-Bundestagsabgeordnete Otto Fricke gab mir z. B. einmal eine schrifliche Antwort per Post, welche eigentlich ganz brav im Sinne der IHK-/ DIHK-Funktionäre verfasst und nachgeplappert war. Das hätte eigentlich schon gereicht. Aber was machte Herr Otto Fricke noch zu seiner vollkommen unnötigen Absicherung zusätzlich? Er schickte diese an mich gerichtete Antwort gleichzeitig auch an den Hautgeschäftsführer der Krefelder IHK und ebenso an die zwei hiesigen größten Tageszeitungen!
Da muss man sich doch fragen, wie groß ist eigentlich die Angst eines solchen MdB, dass er die IHK sofort informiert, um ihr zu zeigen, wie unterwürfig-linientreu-ergeben und angepasst er für sie ist.
Mit freundlichen Grüßen,
Heinrich Vetter