Ein kleiner Gastwirt fragt

Der Fall des Gastwirts Volker Größle beweist erneut, dass das in Deutschland vorherrschende Kammerzwang-Schmarotzersystem den Mittelstand und die kleinen Unternehmer systematisch in die Knie zwingt. Dass korrupte Politiker hier nicht handeln, ist natürlich klar, profitieren sie doch selbst vom Abzock-System. Was aber ist mit den anderen Politikern?

Hallo,

bin ein ganz kleiner Gastwirt (seit 1991) mit Spezialitätenküche.

Letztes Jahr musste ich meine private Rente auflösen, um den Umbau für den Raucherraum zu finanzieren. Die IHK-Rechnung kommt trotzdem. Ich kann und will nicht mehr bezahlen!

Ich habe gehört, es gebe bei euch ein Konto, auf das man seinen Beitrag entrichten kann, bis entschieden ist, dass die Beiträge doch nichtens sind.

Heute, am 20.01., erhielt ich eine telefonische Belästigung der IHK Darmstadt, die mir mitteilte, ich solle doch an der Wahl teilnehmen. Geht’s noch?? Haben die Probleme, weil sie anrufen?

Was kann ich denn machen? Ich bin einfach ein zu kleines Licht im großen Spiel.

Mit freundlichen Grüßen,

Volker Größle

Sehr geehrter Herr Größle,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Vorweg muss ich Ihnen leider sagen, dass sich der Kammerzwang auf der Grundlage von Filz und Korruption so fest in Deutschland eingenistet hat wie eine Made im Speck.

Das menschenverachtende Zwangskammersystem hat Gesetzgeber, Justiz und Politik unterwandert und daher leichtes Spiel. Zwangskammergesetze werden gemacht, eine willfährige Justiz schmettert jeden Andersdenkenden ab, jährlich werden Unternehmer und Handwerker mit fast 2 Milliarden Euro zur Ader gelassen und die Kammerbonzen versenken das ganze Geld in wahnwitzig hohe Gehälter für sich und die Ihren, Pensionen, die Versorgungswerken gleichkommen und höher sind als die letzten Nettogehälter, Protzpaläste, die jede Schamgrenze überschreiten und an Hitlers Größenwahn erinnern – als Beispiele seien Berlin (DIHK) und Schwerin genannt – , Luxusreisen in die ganze Welt, Luxuslimousinen, sinnlose Empfänge und Parties, auf denen sich die Tische biegen mit Lachs und Kaviar, “Investitionen”, die denen der Bankenzocker nur wenig nachstehen – mit dem gleichen Ergebnis übrigens – und dergleichen mehr.

Vor diesem Hintergrund haben Sie sich wahrscheinlich schon fast selbst gedacht, dass es ein falsches Gerücht ist, dass man seinen Zwangsbeitrag auf ein Konto bei uns einzahlen kann, bis die zahllosen Unklarheiten, Ungerechtigkeiten und Verbrechen im Zusammenhang mit dem Kammerzwang aufgearbeitet sind.

Damit wieder ein Stück Gerechtigkeit in Deutschland hergestellt und das schäbige Treiben der Zwangskammern und ihrer Profiteure und Trittbrettfahrer beendet wird, kommt es auf jeden einzelnen Mitbürger, Handwerker und Unternehmer an. Daher bitte ich Sie, sich folgendes zu überlegen:

Möchten Sie sich in unsere Unterschriftensammlung gegen den Kammerzwang eintragen? Dann können Sie das hier auf Unterschriftensammlung.

Möchten Sie Mitglied beim Bundesverband für Freie Kammern werden oder sich engagieren? Dann können Sie hier alles weitere erfahren. Der IHK-Verweigerer e.V. hat sich gerade am 17.01.2009 in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Bundesverband für freie Kammern (BFFK) umbenannt. Die Bewegung gegen den Kammerzwang wächst!

Möchten Sie an unserer AG Kammerboykott teilnehmen? Dann können Sie das hier direkt online tun.

Würden Sie unseren Plan einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof unterstützen? Dann finden Sie hier alle Details dazu.

Die Zwangskammern kämpfen natürlich mit ihrem vollständigen Mangel an demokratischer Legitimation. Die Unternehmer und Handwerker lehnen die Zwangskammern ab und beteiligen sich daher nicht bzw. in verschwindend geringem Maße an den Wahlen zu den Kammer-”Vollversammlungen”.

kammerwatch, der BFFK und viele andere weisen ständig auf die geringe Wahlbeteiligung hin, die beispielsweise in Berlin lächerliche 4,5% betrug. Die wachsende Verzweiflung der Kammerbüttel führt dann natürlich zu solchen Belästigungsaktionen wie die Telefonaktion, mit der Sie heimgesucht wurden.

Ich bitte Sie um Ihre Genehmigung, diesen Schriftwechsel – gern auch mit Ihrem Namen anonymisiert – auf kammerwatch veröffentlichen zu dürfen, denn er zeigt einmal mehr, in welche Not der Kammerzwang gesetzestreue Bürger stürzt und wie verhasst er und seine Profiteuere unter Gewerbetreibenden und Handwerkern sind.

Bitte nutzen Sie kammerwatch auch in Zukunft für Ihre Kommentare oder reichen Sie gern Artikel zur Veröffentlichung ein.

Mit freundlichen Grüßen,

Frank Lange

Chefredakteur kammerwatch.de
Mitglied des Vorstands Bundesverband für freie Kammern (BFFK)
CDU-Kommunalpolitiker in Schenefeld/ Mitglied der Ratsversammlung
Geschäftsführer frago GmbH

FL@kammerwatch.de
Tel. 040 8405 1864
Asternweg 18
22869 Schenefeld

Hallo Herr Lange,

danke für die schnelle Antwort.

Selbstverständlich dürfen sie meine Schreiben freistellen, auch mit Namen, da mir jetzt sowieso keiner mehr was wegnehmen kann.

Mit freundlichen Grüßen,

Volker Größle

Entspannt sitzen. Scharf beobachten. Kammerzwang abschaffen.

Entspannt sitzen. Scharf beobachten. Kammerzwang abschaffen.


One Response to “Ein kleiner Gastwirt fragt”

  1. Heinrich Vetter Says:

    Sehr geehrter Herr Größle,

    im Jahre 2007 habe ich mit einigen anderen kammergeschädigten Unternehmern die Aktion Kammerboykott (siehe: http://www.kammerboykott.com) ins Leben gerufen, weil es mir genauso ergeht wie Ihnen.

    Bundesweit haben nun so gut wie alle Selbständigen die Nase endgültig voll davon, sich von einer korrupten Funktionärs-Kaste und deren Helfershelfer aus der Politik an der Nase herumführen zu lassen.

    Jeder, der jetzt (genau so mutig, wie Sie!) mit seinem Kummer an die Öffentlichkeit geht, trägt dazu bei, dass wir diesem unerträglichen Zustand bald Einhalt gebieten können und auch werden.

    Für Ihren Mut möchte ich Ihnen hiermit herzlichen Dank sagen!

    Da ein großer Teil der deutschen Presse leider noch immer ziemlich unseriös und auch nicht selten wahrheitswidrig über das Zwangskammer-Bürokratensystem berichtet, ist es natürlich nicht leicht, alle Zwangskammer-Geschädigten zu informieren und ins gemeinsame Boot zu holen.

    Eines sollte aber auch den verbandelten Presse-Oberen klar sein. Mit unseriöser Pro-Zwangs-Kammer-Berichterstattung kann man für dieses Unrechts-System zwar noch etwas Zeit schinden, aber aufhalten lässt sich der Widerstand gegen diese Zwangskammern nicht mehr. Dem Internet sei Dank!

    Sollten einige der Presse-Oberen also weiter die Zeichen der Zeit missdeuten, so werden sie ihre eigene Zeitung über kurz oder lang wohl nicht einmal mehr selbst lesen können.

    Mit besten Grüßen

    Heinrich Vetter
    Strümper Str. 23
    40670 Meerbusch
    Tel.: 02159 – 23 88
    Fax: 02159 – 5 11 88
    heinrich.vetter@vetter-metallwaren.de

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