HSH-Nordbank-Debakel spitzt sich zu – Prof. Dr. Hans Heinrich Driftmann schweigt weiter

“Focus” berichtet heute unter der Überschrift HSH Nordbank – Lage dramatischer als angenommen, dass die Probleme der HSH Nordbank weit größer sind als angenommen. Seltsam ist, dass DIHK-”Präsident” Prof. Dr. Hans Heinrich Driftmann sich weiterhin vornehm zurückhält. Zumindest ist einer alten kammerwatch-Forderung, die unter anderem in Täuschen, tarnen, tricksen nachdrücklich gestellt wurde, nachgekommen worden: HSH Nordbank Aufsichtsrat Driftmann wurde mittlerweile aus dem Aufsichtsrat der Bank entfernt.

Laut “Focus” hat die marode Bank, die nur noch durch Steuerzahler-Milliarden und -Bürgschaften vor dem Untergang “gerettet” werden konnte, in 2008 Verluste für stille Gesellschafter in Höhe von insgesamt 300 Millionen Euro übernommen.

Nach einem Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG fehle der Skandal-Bank ohnehin eine Gesamtbankstrategie – mit welchen Geschäften die HSH Nordbank überhaupt wieder Gewinne machen wollen, sei auch Bankexperten schleierhaft.

Das “Hamburger Abendblatt” weiß heute sogar noch Schlimmeres zu berichten. Es titelt HSH Nordbank: Polizei ermittelt wegen “Untreue und Bilanzfälschung” und weiß von einer ganz neuen Dimension des Skandals zu berichten. Die Staatsanwaltschaft habe gegenüber dem “Hamburger Abendblatt” erklärt, dass die Abteilung “Wirtschaftskriminalität” des Landeskriminalamts (LKA) eine zehnköpfige Sondergruppe mit acht LKA-Beamten und zwei Staatsanwälten eingerichtet habe, die “in Richtung Untreue und Bilanzfälschung” ermittele.

Gegen “namentlich Beschuldigte” aus der HSH-Führungsetage liefen zwar nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft noch keine Ermittlungen, aber die Frage, wozu Aufsichtsräte gut sind, wenn sie für Ihr Tun oder für Ihren Mangel an Tun keine Verantwortung übernehmen, muss schon erlaubt sein.

Mittlerweile und von der Medienlandschaft absichtlich oder unabsichtlich unbemerkt hat der neue Aufsichtsratsvorsitzende Hilmar Kopper mit dem eisernen Besen gekehrt und im Aufsichtsrat ausgemistet: nun gehört auch Prof. Dr. Hans Heinrich Driftmann nach Angaben von www.hsh-nordbank.de nicht mehr dem Aufsichtsrat der Bank an. kammerwatch hatte den Rücktritt Driftmanns seit langem zu ener zentralen Forderung erhoben und in vielen Berichten, unter anderem in Täuschen, tarnen, tricksen von den Verfehlungen des schnell noch auf den DIHK-”Präsidenten”-Posten nach Berlin geschobenen Driftmann berichtet.

kammerwatch fordert: Herr Prof. Dr. Driftmann, demonstrieren Sie zum Ende Ihrer Karriere ein Mindestmaß an Anstand und treten Sie von Ihrem “Präsidenten”-Posten beim DIHK freiwillig zurück. Warten Sie nicht, bis dort auch ein Hilmar Kopper mit dem eisernen Besen kehrt – handeln Sie selbst! Sie besitzen nach Ihrem Versagen als Aufsichtsratsmitglied der HSH Nordbank keinerlei Glaubwürdigkeit mehr, für die deutsche Wirtschaft zu sprechen. Sie sind für die Milliardenbelastung des Steuerzahlers wegen des Nordbank-Debakels in hohem Maße mitverantwortlich. Stellen Sie sich endlich Ihrer Verantwortung! Treten Sie den Beweis an, dass das Kammer-Reden vom “ehrbaren Kaufmann” kein leeres Geschwafel und hohles Pathos ist.

Die HSH Nordbank hatte in 2008 2,7 Milliarden Euro Verlust erwirtschaftet und wird am Leben erhalten mit Finanzspritzen aus Hamburg und Schleswig-Holstein in Höhe von drei Milliarden Euro, die auch einen “Rettungsschirm” über zehn Milliarden Euro aufspannen. Alles natürlich auf Kosten des Steuerzahlers. Aber Prof. Dr. Hans Heinrich Driftmann schweigt eisern weiter.

Entspannt sitzen. Scharf beobachten. Kammerzwang abschaffen.

Entspannt sitzen. Scharf beobachten. Kammerzwang abschaffen.


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3 Responses to “HSH-Nordbank-Debakel spitzt sich zu – Prof. Dr. Hans Heinrich Driftmann schweigt weiter”

  1. Heinrich Vetter Says:

    Die NDR Fernsehsendung DAS! vom 30. Juni 2009 über Herrn Prof. Dr. Hans Heinrich Driftmann war ja nicht nur mit Schleichwerbung für Driftmanns Kölln-Flocken und Kölln-Müslis gespickt bzw. als Dauerwerbesendung konzipiert. Man erfuhr auch, dass Herr Driftmann derart viele Pöstchen inne hat, dass er sie nicht einmal selbst mehr alle auswendig kannte. Siehe http://www.kammerwatch.de/3023/prof-dr-hans-heinrich-driftmann-im-ndr

    Bei derart vielenPöstchen kann es einem natürlich leicht passieren, dass man vor lauter Abhetzerei von einem Termin zum nächsten schon einmal total ermüdet in einer Aufsichtsratssitzung einschläft.
    Und das könnte Herrn Driftmann im Falle der HSH sicherlich öfter passiert sein. Soetwas spräche bei größzügiger Auslegung eventuell für mildernde Umstände, denn man sagt doch: “Wer schläft, der sündigt nicht”.

    Es ist aber lieb von Herrn Driftmann, dass er jetzt wenigstens schon einmal seinen Posten bei dieser heruntergewirtschafteten HSH geräumt hat bzw. von Hilmar Kopper gegangen wurde.

    Ein Pöstchen im Beraterkreis der IKB ist ihm allerdings noch geblieben. Siehe http://www.ikb.de/content/de/ueber_uns/beraterkreis/index.jsp
    Was es mit dieser maroden Düsseldorfer IKB auf sich hat, ging und geht dauernd durch die Medien.
    Nachfolgend nur einmal als Beispiel, was die Wirtschaftswoche noch am 13. Juli 2009 über die IKB berichtete.
    Titel: “Wie mit der IKB die Finanzkrise Deutschland erreichte”. Siehe http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/wie-mit-der-ikb-die-finanzkrise-deutschland-erreichte-402583

    Herr Driftmann scheint auch bei weiteren Banken – trotz seiner Milliarden-Misere bei der HSH Nordbank – noch immer hoch im Kurs zu stehen, denn er ist nicht nur im Beraterkreis der maroden Düsseldorfer IKB, sondern auch Mitglied im Beirat der Deutschen Bundesbank, Hauptverwaltung Hamburg. Siehe http://www.bundesbank.de/hv/hv_hamburg_beirat.php

    Dazu ist er Mitglied des Verwaltungsrates der KfW-Bankengruppe. Siehe http://www.kfw.de/DE_Home/Die_Bank/Unser_Unternehmen/DieOrganisationderKfW/DerVerwalt.jsp

    Im Zentralen Beirat der Commerzbank sitzt Herr Driftmann immerhin auch noch. Siehe http://reports2.equitystory.com/cgi-bin/show.ssp?companyName=commerzbank&language=German&report_id=gb-2008&id=7010

    In meinen Augen besteht nun echt die Gefahr, dass Herr Driftmann womöglich schnellstens von all seinen Banken-Pöstchen weglaufen/ -gehen möchte.
    Da Herr Driftmann (eventuell in weiser Voraussicht) auch Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung zur Förderung des Sports in Schleswig-Holstein wurde – siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Heinrich_Driftmann – stünde ihm zumindest das langsame Laufen-Gehen gut zu Gesicht.

    Sollte Herr Driftmann bald auch vom letzten Pöstchen bei den Banken weggedriftet sein, so bliebe ihm dann immer noch der DIHK, von wo aus er uns dann zum Beispiel immer wieder vor schweinischen Grippen warnen könnte. Denn zumindest das macht er ja prima – ohne Herrn Driftmann wüssten wir über diese schweinischen Dinge womöglich überhaupt nichts! Am 5. August wurden wir von ihm z. B. noch in der Süddeutschen davor gewarnt!
    Siehe http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/685957http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/685957

    Ohne Herrn Driftmann wüsste womöglich auch keiner von uns, dass eine “Kreditklemme die deutsche Wirtschaft zu Boden reißen könnte”. Siehe http://www.die-topnews.de/eine-kreditklemme-koennte-die-deutsche-wirtschaft-zu-boden-reissen-365896

    Und sogar folgenden guten Rat gibt er uns noch am 3. August mit auf den Weg: “Wir sollten uns auf Tugenden besinnen”. Siehe http://www.freiewelt.net/nachricht-1667/dihk-pr%E4sident:–auf-tugenden-besinnen.html

    Da kann man glatt Angst bekommen, dass Professor Driftmann schon bald beim DIHK rausgeschmissen wird, weil er vor lauter Tugendsamkeit und Einsicht womöglich schon bald auch den vollkommen überflüssigen Kammerzwang beseitigen möchte.

    Mit besten Grüßen

    Heinrich Vetter / Meerbusch

    (Mitgründer der AG Kammerboykott / siehe: http://www.kammerboykott.com)

  2. Albrecht Groß Says:

    Zitat: “Nach einem Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG fehle der Skandal-Bank ohnehin eine Gesamtbankstrategie…”
    Das erkenne ich nicht. Im Gegenteil! Die Strategie ist ebenso einfach wie erfolgreich:
    Man stopft sich mit diversen Pöstchen die Taschen mit Milliönchen voll, das andere Menschen mit ehrlicher Arbeit sauer verdienen müssen, zockt unterdessen mit einer Bank im Rücken ein wenig hier und ein bißchen dort, und schaufelt für die nächsten Generationen an Nachkommen den Reichtum in die Schließfächer. Sollte es durch kriminelle Machenschaften oder einfach nur Pech im Glücksspiel zu Verlusten kommen, kann man sich vollkommen auf seine vielen Pöstchen mit all dem Machtfilz und auf die befreundeten Politiker verlassen – die richten das schon! Und wieder mit dem Geld derer, die es sich sehr sauer verdienen müssen.

    Im Ausland wundert man sich mittlerweile schon offen darüber, dass hierzulande die schwer schuftende Bevölkerung noch nicht wirklich sauer wird und diesen ganzen unmoralischen Apparat in einem Volksaufstand zerreißt und entmachtet, den kriminellen Betrügern und Volksverrätern in den Marmorpalästen den oft unehrenhaft erworbenen Reichtum entreißt und die ganze Bande mit Schimpf und Schande aus dem Land jagt.

    Mich persönlich wundert das gar nicht! So sind wir Deutschen nunmal erzogen: ehrlich, obrigkeitshörig und demütig arbeitend! Wenn man uns auch noch so offen betrügt, benutzt und aussaugt – na und? Man kann’s doch eh nicht ändern, stimmt’s?

  3. Wilfried Pichlkostner Says:

    Nachdem Herr Driftmann durch seine diversen Tätigkeiten bei der IHK neuerdings als Nachfolger von Herrn Braun in Amt und Würden beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag an parasitäres Dasein und Abkassieren ohne Gegenleistung gewohnt ist, hat er wahrscheinlich auch der umstrittenen Zahlung an Herrn Nonnenmacher bei der HSH-Nordbank zugestimmt. Damit wird er sich sicher den Nachforschungen, die dort jetzt im Gange sind, nicht entziehen können. Wäre ja wohl auch zu einfach, wenn man sich durch schlichten Rücktritt der Verantwortung für das, was man in der Vergangenheit angestellt hat, entziehen könnte. Auch Herrn Driftmann wird hier die Vergangenheit relativ schnell einholen.

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